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Reichertz faßte 1978 die Aufgaben der medizinischen Informatik zusammen ([1] S. 146):

  • Analyse von Bio- und anderen Signalen und ihre Verarbeitung zur höheren Aggregation der Information, evtl. auch zur direkten Prozesskontrolle (Biosignalverarbeitung)
  • Befassung mit der Logistik der Information, d.h. die Aufbereitung und Verwaltung zur zeitlichen und örtlichen Zurverfügungstellung mit Gewinnung von neuen Informationskategorien aus Synthese und Analyse zur Entscheidungsfindung in den unterschiedlichen Ebenen (Informationslogistik)
  • Beschäftigung mit systemanalytischen Aspekten des Gesundheitswesens unter den unterschiedlichen Problemorientierungen, meist aber im Hinblick auf eine Steuerung des Prozesses resp. eine Optimierung des Ablaufes (Angeandte Systemanalyse)

Gleichzeitig liefert Reichertz eine weitsichtige Einschätzung der Möglichkeiten und Auswirkungen der Medizinischen Informatik der folgenden Dekaden ([1] S. 147):

  • weitere Entwicklung der Hard- und Softwaretechnologie, insbesondere auch im Hinblick auf Mikroprozessoren mit nicht nur der Möglichkeit des Einsatzes am Ort des Problems, sondern letztlich auch des endoprothetischen Einbaus z.B. zur Stoffwechselsteuerung etc.
  • Entwicklung von Netzwerkkomponenten und Verfahren zur dezentralen Datenhaltung bei der Erhaltung der Integrationsmöglichkeiten zu logisch einheitlichen Konzepten (funktionale Zentralisation).
  • Ausbau einer medizinischen Methodenlehre zur Quantifizierung von medizinischen Informationen und Schlussweisen.
  • Entwicklung von Verfahren und Techniken zur Benutzer- und Systemforschung.
  • Problemorientierung des Vorgehens resp. der Betonung des Prozesscharakters bei der Systemkonstruktion.